CooL – Cooperatives offenes Lernen

Laut den Durchführungsbestimmungen der gültigen Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Lehrkräfte in Niedersachsen (APVO) sollen Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst „(a)m Ende der Ausbildung (…) Kompetenzen nachweisen, die professionelles Lehrerhandeln im Schulalltag ermöglichen.

Ein simpler Satz, der viele komplexe Überlegungen hinsichtlich einer nachhaltig und ernsthaft kompetenzorientierten Lehrerausbildung nach sich zieht.

Im Studienseminar Stade wollen wir diesen Professionalisierungsprozess mit Hilfe des Prinzips des „Cooperativen offenen Lernens“ (CooL) unterstützen und begleiten.

Wie kam es zu CooL?

Von November 2014 bis November 2016 haben neun Fachleiterinnen und Fachleiter am EU-Projekt „Kooperative Offene Lernformen in der Berufs- und Lehrerbildung“ teilgenommen. Dieses Projekt befasste sich mit dem Konzept des kooperativen offenen Lernens („CooL“), welches auf Erfahrungen aus einem österreichischen Schulversuch zum differenzierten Lernen basiert. (Partnerschulen des CooL-Projektes)

Alle am EU-Projekt beteiligten Personen

Was bedeutet CooL?

Der Ansatz greift auf Ideen der Dalton-Reformpädagogik zurück, die sich im Kern durch die Prinzipien „Budgeting Time“, „Freedom“ und „Cooperation“ auszeichnen. In diesem speziellen Kontext bedeutet „Budgeting Time“ eine zeitliche Terminierung für die Abgabe eines Arbeitsauftrages (Verbindlichkeit), „Freedom“ meint die Freiheit, zu welchem Zeitpunkt, auf welche Weise und wie intensiv bestimmte Aufgaben bearbeitet werden, während „Cooperation“ die sozialen Kompetenzen beinhaltet, Aufgaben mit einem oder mehreren Partnern kooperativ zu bearbeiten.

Wie wird CooL implementiert?

Es wurde ein Ansatz entwickelt, kooperative, offene Lernformen am Studienseminar Stade zu erproben und schrittweise zu implementieren. Dazu wurde eine Zeitleiste erarbeitet, die einerseits seminartägliche individuelle Arbeitsphasen ermöglicht, andererseits siebenwöchentlich stattfindende CooL-Tage vorsieht, an denen eine intensivere Auseinandersetzung mit frei wählbaren, komplexeren Aufgabenstellungen stattfinden kann. (aktueller Seminarplan)

Welche inhaltlichen Schwerpunkte können in der CooL-Zeit bearbeitet werden?

CooL-Zeit ist eine Zeit, um den für sich formulierten Kompetenzzuwachs zu erwerben. Das Gerüst dafür sind die Standards des Studienseminars Stade.

Die Cool-Zeit kann im kooperativen Austausch mit den anderen LiV´s aber auch mit den Fachleiterinnen und Fachleitern genutzt werden, um

  • Lernsituationen zu vertiefen bzw. fortzusetzen,
  • sich mit aktuellen Fachthemen auseinanderzusetzen,
  • Auszüge aus dem individuellen Entwicklungsportfolio gemeinsam zu reflektieren,
  • Unterricht gemeinsam im kollegialen Austausch zu reflektieren,
  • Unterricht gemeinsam zu planen,
  • etc.

Die verschiedenen inhaltlichen Arbeitsschwerpunkte können selbst gewählt werden, ebenso Sozialformen und Kooperationspartner*innen sowie der Arbeitsort imSeminargebäude.

Die Fachleitungen stehen in der Cool-Zeit für Gespräche zur Verfügung. Über ihre Anwesenheit während des CooL-Tages wird rechtzeitig informiert.

Wozu dient der CooL – Knigge?

Da es immer wieder zu Unklarheiten bzgl. der „Dos and Don‘ts“ bei CooL kam, hat das CooL-Team einen CooL – Knigge entworfen, der auf den Ergebnissen der verschiedenen Evaluationen fußt. Er soll zur Klarheit beitragen, Missverständnisse vermeiden und den Mehrwert von CooL ermöglichen und einen gemeinsamen Bezugsrahmen schaffen.

Wie kann der individuelle Lernprozess dokumentiert werden?

Die individuelle Lernplanung wird in der sogenannten Persönliche Lernplanung dokumentiert.

 

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