Informatik

Leitung: Ansgar Stammermann

„Ich denke, es gibt weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer.“ (Thomas Watson, Vorsitzender von IBM, 1943)

Seminardidaktische Grundsätze:

Praxisorientierung: Die Seminararbeit muss sich immer der Frage der Verwertbarkeit der behandelten Inhalte und Methoden in der Schule stellen. Im Fachseminar Informatik steht also z.B. nicht die theoretische Fachdidaktik im Vordergrund, allerdings sehr wohl die Frage, inwieweit Fachdidaktik helfen kann, unterrichtlichen Ansätzen in der Praxis zum Erfolg zu verhelfen. Konkret bedeutet dies die möglichst häufige gemeinsame Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht. Zur Praxisorientierung gehört natürlich auch der Anspruch, das Fachseminar handlungsorientiert zu gestalten und Methoden einzusetzen und zu reflektieren, die sich auf Schule übertragen lassen. Die Arbeit im Fachseminar findet also prinzipiell immer auch auf der Metaebene statt: Handlungsschritte und Methoden sollen transparent sein und müssen sich der gemeinsamen Reflexion und der Fähigkeit auf unterrichtliche Übertragbarkeit unterziehen.

Situationsorientierung: Die Seminararbeit muss sich immer den Fragen stellen, die sich z.B. aus konkreten unterrichtlichen Problemen ergeben. Auch dies ist natürlich als ein Teil von Praxisorientierung zu verstehen. Es geht also immer auch um die gemeinsame Diskussion von Lösungsmöglichkeiten für anstehende Probleme zur Optimierung von Unterricht.

Teilnehmerorientiert: Die Seminararbeit muss sich den Anforderungen und Ansprüchen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen, sie lebt vor allem aber auch vom Einbringen gemeinsamer Erfahrungen, Problemen und Lösungsansätzen aus Schule und Unterricht in die Seminararbeit.

Prozessorientierung: Die Zusammensetzung des Fachseminars erfolgt nicht jahrgangsweise. Dies bringt zwar die Problematik, dass es keine inhaltliche Stringenz geben kann, bietet allerdings den unschätzbaren Vorteil des direkten Austausches zwischen den Jahrgangsgruppen. Auch hat sich gezeigt, dass die ‚Wiederholung‘ einzelner Sequenzen eher zu einem Beleuchten ganz unterschiedlicher Aspekte und zu einer direkten Relation zur Unterrichtspraxis führt. Seminararbeit wird dem dynamischen Prozess von Theoriebildung und Überprüfung an der Praxis unterzogen, eigene Erfahrungen werden mit denen der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Beziehung gebracht. Durch die gemeinsame Arbeit unterschiedlicher Jahrgänge wird der prozessuale Charakter von Kenntnissen und Erkenntnissen wirkungsvoll genutzt.

Seminarcurriculum:

Den Schwerpunkt bildet die Planung, Durchführung und Analyse des Unterrichts im Unterrichtsfach Informatik. Dies umfasst die verschiedenen Lernfelder der IT-Ausbildungsberufe, das Fach Informationsverarbeitung, das Fach Informationstechnik, die Fächer Kerngebiete und Anwendungsgebiete der Informatik und die verschiedenen Lernfelder der Berufsfachschule TA für Informatik. Dabei sind insbesondere die vorgegebenen unterschiedlichen Ordnungsrahmen zu berücksichtigen. Exemplarische Problemstellungen mit berufspraktischem Hintergrund müssen mit geeigneter didaktischer Reduktion herausgearbeitet werden. Unterrichtsverfahren, die dem Anspruch der Handlungsorientierung gerecht werden, sind zu diskutieren und zu erproben.

Exemplarische Lernsituationen:

  • Einen Einstiegsunterricht für die relationale Datenbankentwicklung planen.
  • Eine Fallstudie zum Geschäftsprozessmanagement konzipieren.
  • Ein Netzwerkprojekt für den Unterricht planen.
  • Eine internetbasierte Anwendungssystementwicklung projektorientiert planen.
  • Eine vollständige Unterrichtseinheit für eine werkzeuggestützte objektorientierte
  • Anwendungssystementwicklung erarbeiten.
  • Einen didaktischen Jahresplan für das berufliche Lerngebiet „Multimediaanwendungen“ erstellen.
  • Eine Unterrichtssequenz zu Chancen und Risiken der Informationstechnologie unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen planen.
  • Programmierung unter Verwendung von Lernumgebungen unterrichten.
  • Kriteriengeleitet einen kollegialen IT-Unterrichtsbesuch planen, durchführen und reflektieren.
  • Schriftliche Prüfungsaufgaben konzipieren und Prüfungsleistungen begutachten.
  • Mündliche Prüfungsaufgaben konzipieren. Prüfungen simulieren und bewerten.
  • Einen IT-Wettbewerb konzipieren.
  • Einen IT-Tagungsbesuch planen, durchführen und auswerten.
  • Ein vorhandenes IT-/ Medienkonzept analysieren und bedarfsorientiert weiterentwickeln.
  • Einen IT-Fachraum planen.